Dieser Triumph TR2 „Superleggera Bristol“ aus Februar 1955 ist ein außergewöhnliches Fahrzeug, das sich klar von einem serienmäßigen TR2 abhebt. Es handelt sich um ein identifiziertes, werksnahes Vorserien- und Rennsportfahrzeug mit dokumentierter Vergangenheit im britischen Motorsport. Genau diese Mischung aus Motorsport-Historie, Leichtbau-Karosserietechnik und nachvollziehbarer Dokumentation macht dieses Einzelstück so interessant – sowohl für den ambitionierten Fahrer als auch für den Sammler.
Historie & Dokumentation
Der Wagen war in den 1960er Jahren im englischen Rennsport aktiv, was ihn nicht nur historisch aufwertet, sondern auch seine konsequent sportliche Ausrichtung erklärt. Besonders wichtig für Sammler ist:
· der originale englische Fahrzeugbrief ist vorhanden
· ebenso das originale Registration Book
Diese Unterlagen sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal, weil sie die Identität und Herkunft des Fahrzeugs nachvollziehbar machen und die Substanz des Wagens nicht „nur erzählen“, sondern belegbar stützen.
Superleggera-Karosserie: Bristol / Touring-Lizenz (ab ca. 1962)
Um 1962 erhielt das Fahrzeug eine komplett neue Karosserie, gefertigt in Bristol unter Lizenz der Carrozzeria Touring Milano. Der Begriff „Superleggera“ steht dabei nicht als Marketingfloskel, sondern beschreibt eine Konstruktion, die in der Sportwagenwelt ikonisch ist: Leichtbau in traditioneller italienischer Bauweise.
Typische Merkmale dieses Ansatzes, die sich auch hier widerspiegeln:
· konsequente Gewichtsreduzierung durch Aluminium
· eine besonders sportliche, schlanke Formgebung
· ein Fokus auf Steifigkeit bei niedrigem Gewicht
· damit verbunden: spürbar direkteres Einlenken, lebendige Beschleunigung und ein „leichtfüßiges“ Fahrgefühl, wie man es bei vielen klassischen Serien-TR2 so nicht findet.
In Verbindung mit dem (im Text erwähnten) Gitterrohrrahmen ergibt sich eine Konstruktion, die die Motorsportnähe unterstreicht: stabil, präzise, fahraktiv – und gleichzeitig selten, weil solche Umbauten in dieser Qualität und Historientiefe nur sehr selten dokumentiert überliefert sind.
Restaurierung 2017–2021: Substanz, Sorgfalt, Nachweise
Zwischen 2017 und 2021 wurde der Wagen mit großer Expertise und hohem Anspruch restauriert. Entscheidend ist dabei nicht nur das Ergebnis, sondern der Umstand, dass zahlreiche Rechnungen und Dokumente vorliegen. Das schafft Transparenz und Vertrauen: Was gemacht wurde, ist nachvollziehbar; und die Qualität lässt sich belegen.
Ein sehr starker Punkt ist zudem die geringe Nutzung nach der Instandsetzung:
· laut Angabe nur ca. 20 km nach Motorleistung gefahren
Das bedeutet: Der Zustand ist nicht „runtergefahren“, sondern befindet sich praktisch im frisch aufgebauten, sehr präsentablen Bereich.
Zustand & Bewertung
Eine GTÜ-Marktwertanalyse (07/2023) bescheinigt Zustand 2. In der Oldtimerbewertung entspricht das einem sehr gepflegten, sehr guten Gesamtzustand ohne größeren Instandsetzungsstau – ideal für:
· anspruchsvolle Ausfahrten
· hochwertige Veranstaltungen
· Präsentation in Sammlungen / musealem Umfeld
· und als solide Basis für concours-orientierte Weiterverfeinerung (wenn gewünscht)
Cockpit & Innenraum: authentisch, funktional, sportlich
Der Innenraum ist bewusst puristisch gehalten – genau das macht den Reiz aus. Er vermittelt dieses direkte „Sports Car“-Gefühl der 1950er, bei dem alles auf den Fahrer ausgerichtet ist: klare Rundinstrumente, reduzierte Bedienung, sportliche Sitzposition.
Die originalen TR2-Instrumente sind dabei ein wichtiges Authentizitätsmerkmal.
Gleichzeitig gibt es eine Reihe periodengerechter, motorsportnaher Ausstattungsdetails, die den Charakter zusätzlich schärfen:
· HALDA mechanischer Speedpilot (klassisches Rallye-/Sportgerät, sehr sammlerrelevant)
· Aluminium-Schalensitze (leichter, sportlicher, passend zum Leichtbaukonzept)
· Makrolon-Verglasung (Gewichtsvorteil, Motorsport-Anmutung)
Motor, Gemischaufbereitung & Zündung: sportliche Auslegung
Der TR2 ist bekannt für seinen robusten 2,0-Liter-Reihenvierzylinder – ein Motor, der im klassischen Betrieb nicht nur standfest, sondern auch angenehm mechanisch-direkt ist. In diesem Fahrzeug wird das durch die sportliche Peripherie nochmals betont:
· 2 × Weber 40 DCOE Doppelvergaser:
sorgt für eine sehr direkte Gasannahme, sportliches Ansauggeräusch und ein deutlich „wacheres“ Motorverhalten.
· 123ignition Zündverteiler:
moderne, zuverlässige Zündtechnik bei klassischer Optik/Integration – für stabilen Lauf und sauberes Ansprechverhalten.
Fahrdynamik & Charakter
Die Kombination aus Leichtbaukarosserie, sportlicher Konstruktion und klassischer Mechanik prägt das Fahrerlebnis stark:
· agiles Einlenken
· präzises Handling durch niedrigen Schwerpunkt
· ein sehr „leichtfüßiger“ Eindruck, der sich von schwereren klassischen Roadstern absetzt
· intensives, analoges Feedback über Lenkung, Fahrwerk und Antrieb
Genau das ist es, was viele Kenner an werksnahen bzw. motorsportlich geprägten Klassiker-Konzepten suchen.
Exterieur-Details & Motorsportanmutung
Optisch wie technisch runden weitere Details das Paket ab:
· seitliche Auspuffführung, 45° nach hinten: motorsportliche Optik, sehr charakterstark
· 15” verchromte Drahtspeichenräder: klassischer Look, stimmig zur Epoche und Silhouette
Straßenzulassung & Deutschland-Paket
Für viele Käufer entscheidend: Das Fahrzeug ist nicht nur Sammlerstück, sondern auch praktisch nutzbar:
· deutsche Zulassung
· H-Kennzeichen
· GTÜ-Gutachten
· umfassende Dokumentation
Damit ist der TR2 sowohl für Veranstaltungen als auch für Zulassungs-/Versicherungsfragen sehr attraktiv aufgestellt.
Fazit
Dieser Triumph TR2 Superleggera Bristol von 1955 ist kein gewöhnlicher Klassiker, sondern ein hochgradig seltenes, historisch spannendes Einzelstück mit motorsportlicher Vergangenheit und einer Leichtbau-Karosserie nach Superleggera-Tradition. Die Touring-Lizenzfertigung in Bristol, die belegbare britische Historie (inklusive Originaldokumente), die sorgfältige Restaurierung mit Nachweisen und die sehr geringe Laufleistung seit der Motorleistung ergeben ein Gesamtpaket, das in dieser Form am Markt nur äußerst selten auftaucht.
Für Sammler ist besonders wertvoll:
· die Identität/Provenienz durch originale englische Unterlagen
· der seltene Karosseriebau (Aluminium, Superleggera-Prinzip, Bristol/Touring-Lizenz)
· der dokumentierte Restaurierungsweg
· die sportlich-authentischen Komponenten (HALDA, Weber, Auspuffführung, Makrolon etc.)
· und die sofortige Nutzbarkeit durch deutsche Zulassung und H-Kennzeichen
Kurz: Ein museal wirkender, gleichzeitig fahraktiver Klassiker, der bei Concours, Oldtimer-Events und in anspruchsvollen Sammlungen herausragt — und eine seltene Gelegenheit für Kenner, die nicht den „nächsten TR2“, sondern ein echtes Gesprächsthema mit Substanz suchen.